Jubiläum-Nachlese
120 Jahre MGV
„Einig im Lied“, so das Motto des Stiftungsfestes
Am Donnerstag, den 27. Mai, trafen sich die Sänger des Männergesangvereins vor der wöchentlichen Singstunde auf dem Marbacher Waldfriedhof, um vor dem Ehrenmal der verstorbenen Mitglieder zu gedenken. Zu dem 1935 eingeweihten Ehrenmal, für dessen Errichtung die damaligen Sänger bereits seit 1921 spendeten, besteht daher noch heute eine besondere Beziehung.
Diese Gedenkstunde eröffnete die Veranstaltungsreihe zum 120-jährigen Stiftungsfest des MGV Germania Marbach. Pfarrer Oliver Henke umrahmte die Feier mit eindrucksvollen Worten. Dirk Bamberger vom Feuerwehr-Blasorchester spielte zum Gedenken ein Trompetensolo. Der Chor sang die bekannten Stücke „Ich bete an die Macht der Liebe“, Satz Gerhard Wind, und das „Vater unser“ in der Interpretation nach Hanne Haller.
Der feierliche Kommersabend am folgenden Abend stand ganz im Zeichen von Rückblenden auf die vergangenen zwölf Jahrzehnte. Nach der gesanglichen Begrüßung durch die Sänger und den Eingangsworten des 1. Vorsitzenden Helmut Wenzel folgten Grußworte des Ersten Kreisbeigeordneten McGovern und des Ortsvorstehers Dr. Ulrich Rausch. Für die örtlichen Vereine gratulierten die Herren Philipp Stompfe, Uwe Rumpf und Helmut Inerle.. Pfarrer Oliver Henke überbrachte Glückwünsche der Pfarrgemeinde.
Aus den Reihen der MGV-Vereinsmitglieder konnte der Vorsitzende Helmut Wenzel neun Mitglieder , darunter zwei in Abwesenheit, für langjährige Treue zum Verein ehren. Besonders geehrt wurden Helmut Philipps für 60 Jahre sowie Fritz Emmerich und Heinrich Heuser für 40 Jahre Singen im Chor.
Neben gesprochenen Worten wurden aber auch klingende Glückwünsche überbracht. So sang der Kirchenchor der Markusgemeinde Marbach, Der Frauenchor „PIANO“ Marbach, der MGV Unterrosphe.
Zwischendurch lenkte der Chronist Arnold Dannenfeld in lockerer Form den Blick zurück auf den Verlauf der vergangenen 120 Jahre wechselvoller Vereinsgeschichte. Als dann der Polizeichor Marburg den „Kriminal-Tango“ zu Gehör brachte, fiel der Schuss etwas verspätet. Die wahrscheinlich 120 Jahre alte Waffe hatte wohl Ladehemmung.
Nachdem der Moderator Hans-Jürgen Charissé allen Beteiligten gedankt hatte, verabschiedeten sich die Sänger mit einer „Serenata d´more“. Hierbei glänzte der Chorleiter Karl-Heinz Wenzel als Solist.
Tags darauf hatte der Jubiläums-Chor zu einem Liederabend mit befreundeten Vereinen geladen. Nach einem Grußwort des stellvertretenden Vorsitzenden des Sängerbundes Heimatland (SBH) Bernd Bobenau löste ein musikalischer Höhepunkt den anderen ab. Chöre aus Allna-Weiershausen, aus Lohra, aus Cappel, aus Michelbach, aus Haddamshausen/Cyriaxweimar, aus Nieder- und Oberweimar, aus Altenvers, aus Weipoldshausen sowie aus Reddighausen gratulierten mit voller Stimmkraft.
Der gelungene Abend fand seinen Abschluss mit Tanz zu angepasster Musik, dargeboten von den „Gipfelstürmern“.
Den Höhepunkt und gleichzeitigen Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten bildete der „Caféhaus-Nachmittag“ am Sonntag, den 30. Mai, im großen Saal des Marbacher Bürgerhauses.
Nicht nur im Prater blühen wieder die Bäume! Man konnte sie im vollbesetzten Marbacher Bürgerhaus förmlich erahnen, zudem die Jubilare des MGV Germania Marbach mit ihrem Chorleiter und Solisten Karl-Heinz Wenzel die Gäste mit diesem Lied nach Wien in den Prater entführten.
Dort konnten sich die Zuhörer Kaffee und Kuchen, gebacken von fleißigen Sängerfrauen, schmecken lassen, während sie sich an den Liedvorträgen des Frauenchores „PIANO“ Marbach, des Frauenchores „Cantabile“ und des MGV, die beiden letztgenannten mit dem Kinderchores „DoReMi“ aus Birkenbringhausen, erfreuen.
Unter den Gästen auch der Schirmherr Oberbürgermeister Dr. Egon Vaupel und Ortsbeirats-Vorsitzender Dr. Ulrich Rausch. Beide betonten in ihrer Laudatio den hohen Stellenwert des MGV innerhalb der Kulturlandschaft Marburgs. Weiterhin reihten sich Pfarrer Henke und die Vorsitzende des Kirchenvorstandes der Markuskirche Frau Sandra Niemann in die Reihe der Gratulanten ein.
Als Solist konnte Pascal Blaschke am Xylophon mit seiner Perfektion und den ungemein flinken Fingern überzeugen. Er wurde vom Kurorchester RADEV aus Bad Wildungen begleitet.
Die Sopran-Sängerin Katharina Kutsch und der Tenor Karl-Heinz Wenzel wussten ein weiteres Mal im Duett zu begeistern. Ein weiterer Höhepunkt des Nachmittags: Das Tanzpaar Heidi Dörr und Tony Schott verzauberte das Publikum mit gekonnt vorgeführten Standardtänzen.
Das Abschlussbild der Festtage zum 120jährigen Geburtstag bestand aus einer mit Männern voll besetzten Bühne. Die Männerchöre aus Birkenbringhausen und Marbach sangen gemeinsam das Schlusslied „O Sole Mio“; vielleicht, um den Wettergott um Sonnenschein zu bitten.
Jörg Visser
(nach Berichten von Arnold Dannenfeld)