Reisebericht MGV-Fahrt ins Blaue
Pünktlich um 07.30 Uhr starteten am Samstag, den 14. Mai, zwei Reisebusse mit erwartungsvollen, gutgelaunten Teilnehmern zur diesjährigen „Fahrt ins Blaue“. Das Wetter versprach schön zu werden, und so war man guter Dinge. Sofort wurde zu erraten versucht, wohin die Reise führt. Einen Reiseplan gab es nicht, es ging ja „ins Blaue“. Anhand der vorbeiziehenden Verkehrsschilder konnte man bald erkennen, wir fuhren in Richtung Limburg. Nächste Frage, gute Frage: „Wo gibt es Frühstück?“ Als die Busse die B 49 an der Ausfahrt Wetzlar verließen, wurde denkbar, das erste Ziel könnte das FORUM sein. Mit eleganter und hochwertiger architektonischer Gestaltung hat sich das größte innerstädtische Einkaufszentrum in Mittelhessen einen Namen als Shopping-Magnet der Region gemacht. Durch einen hochattraktiven Branchenmix aus rund 110 Fachgeschäften auf zwei Ebenen ist das FORUM ein Einkaufsstandort der kurzen Wege. Hier kann man aber nicht nur gut shoppen, sondern in der Brasserie ein erlesenes Frühstücksbuffet genießen, so wie es für uns vorbereitet war. Für jeden Stadtbesucher sind der Wetzlarer Dom und die Altstadt ein Muss. Der Dom wird seit der Reformation sowohl von den katholischen, als auch von den evangelischen Christen gleichermaßen genutzt. Der Chor nutzte die Gelegenheit, im Altarraum zu singen. Wenngleich die Zuhörer hauptsächlich aus unserm Fanclub bestanden, war es für uns Sänger ein Erlebnis, hier singen zu dürfen. Wir sangen „Sancta Maria“, Satz Johannes Schweitzer und „Ich bete an die Macht der Liebe“, Satz Gerhard Wind. Anschließend folgte eine literarisch-historische Führung auf Goethes Spuren. Stilecht führte uns ein Stadtführer in der Rolle von Goethe über mittelalterliche Marktplätze, durch enge Gassen und romantische Winkel und stellt zahlreiche sehenswerte Bauwerke mit historischen Hintergründen in der Wetzlarer Altstadt vor. Vom Dom aus sind es nur wenige Schritte über Fisch- und Eisenmarkt bis hin zu Wetzlars ältestem Fachwerkhaus. Nach dem Rundgang konnte wieder spekuliert werden, wo das nächste Ziel ist und was uns dort erwartet. Wer vermutete, es könnte vielleicht die Buga in Koblenz sein, lag gar nicht so verkehrt, zumindest die Fahrtroute betreffend. Umso größer war die Überraschung, als wir in Bad Ems direkt am Schiffsanleger der Lahnstolz GmbH hielten, um auf das Fahrgastschiff „Stadt Bad Ems“ umzusteigen. Bald hieß es: “Leinen los“! Erst jetzt erfuhren wir, dass wir zu einer Drei-Flüsse-Fahrt auf Lahn, Rhein und Mosel starteten. Leider waren inzwischen relativ dichte Wolken aufgezogen und es deutete sich Regen an. Es dauerte dann auch nicht lange und die Sonne schien „in Strömen“. Das trübte die Laune der Fahrgäste in keiner Weise, erschwerte aber den Fotografen das Leben. Andererseits machte das Niedrigwasser der Flüsse deutlich sichtbar, wie dringend Regen gebraucht wird. Um in den Rhein zu gelangen, müssen vier Lahn-Schleusen passiert werden. Je nach Fahrtrichtung werden die Schiffe in den Schleusen Bad Ems, Nievern, Ahl und Lahnstein um jeweils drei bis vier Meter abgesenkt bzw. gehoben. Bei Oberlahnstein mündet die Lahn in den Rhein, einer der verkehrsreichsten Wasserstraßen der Welt. Stromabwärts, vorbei an malerischen Städten mit mittelalterlichen Burgen und Schlössern näherten wir uns dem Deutschen Eck, dem Wahrzeichen der Stadt Koblenz. Das Deutsche Eck ist eine künstlich aufgeschüttete Landzunge an der Mündung der Mosel in den Rhein. Im Jahr 1897 wurde hier ein monumentales Reiterstandbild des Deutschen Kaisers Wilhelm I. errichtet, das als Denkmal für die Deutsche Reichsgründung 1871 konzipiert war. Als Attraktion der Bundesgartenschau 2011 führt z. Zt. eine Gondel-Bahn, die so genannte „Rheinseilbahn“, über den Rhein hinauf zur Feste Ehrenbreitstein. Die Moselmündung war Wendepunkt unserer Schiffsreise. Rheinaufwärts ging es nach Lahnstein. Hier endete der erlebnisreiche Turn am späten Nachmittag. Zum Tagesausklang kehrten wir in der Gasthausbrauerei auf den Maximilians-Brauwiesen ein. Deftiges Essen mit hausgebrauten Bierspezialitäten, dazu Musikuntermalung eines Alleinunterhalters, rundeten den Tag ab. Bei jetzt wieder strahlendem Sonnenschein bestiegen wir gut gelaunt unsere Busse, um die Heimreise anzutreten. An dieser Stelle sei es dem Berichterstatter erlaubt, unserem Karl-Heinz Stremme im Namen aller Teilnehmer für seine Ideen, deren Vorbereitung und Koordination ebenso zu danken, wie für seine Reiseleitung.
Jörg Visser
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